Different Fashion | »Altuner Ateliers« im Interview
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»Altuner Ateliers« im Interview

Benay Altuner – von der Architektin zur Modedesignerin

Wie sind Sie auf die Idee gekommen ihr eigenes Mode-Label zu gründen?
Ich habe Architektur studiert, und während meines Studiums ein Schmucklabel gegründet. Fashion hat mich schon immer begeistert und ich konnte meiner Kreativität freien Lauf lassen – anders und freier als in der Architektur. Der Trieb im mir, frei zu entwerfen und meine Visionen umzusetzen, ist bis heute mein Antrieb.

Sie sind studierte Ingenieurin. Wie kommt man von ‚Häuser entwerfen‘ auf Fashion-Tücher?
Ich habe 2015 »Altuner Ateliers (AA)« gegründet, und AA ist eigentlich ein Hybrid von meinem Schmucklabel und der Architektur. Ich kam auf die Idee mit den 3D-Prints, durch die Computerprogrammen die ich während meines Studiums gelernt hatte und zeichnete mit einem Architektur-Programm den ersten Print und hatte gleich die Vision, dieses komplexe Design auf Seide zu drucken.

Wie lange hat die Entwicklung Ihres allerersten Produktes gedauert?
Zwei lange Jahre habe ich an der Technik gefeilt, damit meine 3D-Prints auf Seidentücher gedruckt werden konnten. Ich fuhr in die Türkei und besuchte unzählige Produktionsstätten, anfangs erfolglos. Keiner konnte und wollte meine Idee und damit diese neue Herausforderung annehmen. Schließlich habe ich doch jemanden gefunden und wir haben monatelang experimentiert, bis ich schließlich mit der Qualität des Drucks zufrieden war. Ich ernährte mich wochenlang von Tomaten und Schafskäse, um mein angespartes Geld in einen möglichst langen Aufenthalt umzumünzen.

Was macht Ihre Schals/Tücher so besonders?
Meine Schals sind im Double-Layering-Prinzip gestaltet und mit unverwechselbaren 3-D Allover-Prints versehen. Das macht sie schon auf den ersten Blick zu etwas Besonderem. Wer genauer hinschaut, wird bemerken, dass ich ausschließlich hochwertige Materialien wie Seide, Leder, Kaschmir und Merinowolle verwende.

Wo werden Ihre Schals produziert? In Ihrem Heimatland Türkei?
Ja. Ich lebe in 3. Generation in Deutschland, unsere Familie redet immer noch türkisch und so war es für mich klar, dass meine Ideen auch in der Türkei umgesetzt werden sollen.

Gibt es Unterschiede zwischen den Frühjahr/Sommer- und Herbst/Winter-Kollektionen? Z. B. in Form von Materialien?
Ja, die gibt es, auch wenn die Tücher grundsätzlich ganzjährig tragbar sind. Aber Kaschmir und Merinowolle werden meist für die Winterkollektionen verarbeitet – Qualitäten, z. B. feine Seide und leichte Wolle verarbeite ich in den Frühjahr/Sommer-Kollektionen.

Wie viele unterschiedliche Prints zeichnen Sie für jede Kollektion?
Wir haben drei Produktgruppen (Monos, Duetts, Nunos & Trinitys), für die ich je 15 Styles kreiere. Die Nunos, zum Beispiel sind Seidentücher die im Nunofelting verfahren hergestellt werden, wo australische Merinowolle nahtlos mit der Seide verbunden wird. Diese Herstellungsmethode gab es schon in der Steinzeit und ich verbinde diese uralte Handwerkskunst mit Hightech-Digital Prints. Ich lasse mir immer wieder etwas besonderes einfallen um Handcraft und Hightech zu verbinden. Exklusiv für »Different Fashion« ist die Trash Queen Collection entstanden, wo Limited Editions  per Handarbeit Made In Germany gefertigt wurden. Diese Cashmere-Schals mit Laser-Cut-Lederpatches, wurden mit mühsamer Handarbeit auf das feine Kaschmir genäht. »Different Fashion« hat nun exklusive 10 Stück – alles absolute Unikate und 100 % Haute Couture.

Gibt es einen Bestseller in Ihren Kollektionen?
Ja, das Tuch MELANCHOLIA, auf dem ein Totenkopf prangt.

Planen Sie eine Erweiterung der Kollektion mit anderen Styles?
Mein Traum ist eigentlich erfüllt. Im Moment habe ich den Vertrieb in den USA im Visier. Für die nächste Zukunft wünsche ich mir ein eigenes Atelier, außerdem plane ich, eine T-Shirt Kollektion zu entwerfen. Gerade entwickeln wir einen Kimono aus Seide mit Lederfransen und Schals mit Svarowski-Steinen.

Und jetzt noch zwei private Fragen:

Was ist Ihre Lieblingsfarbe?
Oh, ich mag es kunterbunt – ich bin ein Chamäleon.

Haben Sie eine Leibspeise?
Ich würde mich als guten Esser bezeichnen, mag also Vieles. Aber meine Leib- und Magenspeise ist Zwiebelkuchen – am liebsten aus Mamas Küche, denn sie stammt aus dem Schwabenland und weiß genau, wie es geht.

Fotos: Altuner Ateliers, Interview: Melanie Bromeis, elevenfifteen GmbH